LUIS KOMPATSCHER - Reining Horses - Training - Showing - Sale - Breeding » PRIVACY » SITEMAP » IMPRESSUM deutsch italiano english
WILLKOMMEN REINING TEAM RANCH DECKHENGSTE VERKAUF BILDERGALERIE NEWS KONTAKT












Nikita - Abschied von einer lebenden Legende

Im Pferdesport gibt es Namen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Dazu gehören auch Luis Kompatscher und Nikita. Anlässlich der Euro Haflinger Gala erfolgte - quasi als Höhepunkt des Galaabends- die offizielle Verabschiedung der nunmehr zwanzig Jahre alten Haflinger Stute Nikita, der großen Dame im Westernreiten. In einer brechend vollen Meranarena, im Widerschein des Lichtes der Fackeln, nahm Luis Kompatscher seiner langjährigen Gefährtin symbolisch den Sattel ab, und so mancher im Publikum konnte seine Rührung nicht verbergen, als Nikita ihrem Reiter beinah ungläubig nachblickte, wie er mit dem Sattel zum Rand des Vierecks ging. Applaus brandete auf, ein Tribut an die lange Kariere einer außergewöhnlichen Stute, und eine Bitte an die beiden, doch noch ein letztes Mal die Schow zu zeigen, die beide berühmt gemacht hat. Und so gab Nikita in der Meranarena ihre Abschiedsvorstellung, von Luis Kompatscher wie üblich ohne Zaumzeug geritten, nur mit Stimme und Gewichtshilfen. Die beiden sind ein eingespieltes Team, und nur das große Vertrauen in ihren langjährigen Reiter hat es Nikita ermöglicht diese letzte Vorstellung so großartig zu bewältigen, obwohl sie vor erst knapp einem halben Jahr ihr linkes Auge verloren hat. Wahrhaft eine letzte, bewegende Glanzleistung. Nikita und Luis Kompatscher haben vor etwa 17 Jahren zueinander gefunden.

Damals ritt Luis Kompatscher einen Argentinier, sein erstes Pferd, eigentlich nur freizeitmäßig, also vorwiegend bei Ausritten mit Freunden ins Gelände. Allerdings fand er dies auf Dauer nicht sehr befriedigend, nicht zuletzt, weil Horsemanship in Südtirol damals noch weitgehend ein Fremdwort war. Das war noch die Zeit, in der man Pferde aus dem Stall holte, sattelte, und über Stock und Stein preschte, um sie dann wieder in den Stall zu stellen. Wie ein Motorrad eben. Kein Wunder also, wenn die Pferde bald sauer wurden, und auch so mancher Reiter keinen wirklichen Spaß an der Sache hatte. Das war auch bei Luis Kompatscher so, der den eigentlichen Umgang mit den Pferden, das Putzen und Füttern, alsbald dem "Reiten" vorzog. Und nach neuen Wegen zu begann. Das gestaltete sich allerdings als etwas schwierig, denn Antworten in seiner Umgebung fand er keine. Die meisten zeigten kein Verständnis für sein Streben nach etwas Neuem, schließlich könne man ja reiten, und dies sie dann wohl auch genug. Doch eines Tages geriet er an ein Video von Jean Claude Dysli, dem Altmeister des Western- und Ranchreitens, der im Viereck zeigte, wie ein Pferd rasend schnell vorwärts sprinten kann, und dann - wie von Zauberhand - stoppt und schließlich wie ein Denkmal steht. "Das ist es", dachte Kompatscher, so muss es sein. Das Problem dabei war, dass es ein neues, unverbrauchtes Pferd dazu benötigte, denn sein Argentinier war damals bereits fünfzehn Jahre alt und außerdem hatte er wohl schon Vieles mit ihm durchexerziert. Durch puren Zufall kam er mit dem Nachbarn Arnold Tschager ins Gespräch, der in seinem Stall eine knapp dreijährige Haflingerstute stehen hatte, und Kompatscher anbot, das Pferd zu reiten.

So begann Luis, mit der Stute auf einen alten, abschüssigen Schotterparkplatz zu reiten und zu arbeiten. Nikita erwies sich als eifriges und lernwilliges Pferd und Luis konnte seine Begeisterung kam mehr bändigen, als er sah, welche Ergebnisse er mit dieser neuen Art des Reitens erzielen konnte. Nach einem knappen halben Jahr Training nahm er an einem lokalen Vereinsturnier statt, und fuhr prompt seinen ersten Sieg im Trail ein, umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass der Bewerb nach Punkten gerichtet und damit jede Feinheit beachtet wurde. Doch die Erfolge beschränkten sich nicht auf das Reitviereck, auch im Gelände bewiesen die beiden alsbald, was sie darauf hatten - bei Ausritten mit Freunden demonstrierten sie die Leichtigkeit des Seins, mit einem rasanten Galopp am losgelassenen Zügel, und eben so prompten Zurückschalten in eine langsamere Gangart, immer am losen Zügel, währen so mancher Reiterkollege Probleme hatte, sein nervös trippelndes Pferd zurückzuhalten und es am erneuten Angaloppieren zu hindern.

Es folgten weitere Turniere, unter anderem der Südtirol Cup, den Kompatscher mit Nikita drei Jahre lang in allen Disziplinen (Slalom, Barrel Racing und Reiníng) gewann. Dabei zählte damals nicht allein die Geschwindigkeit, Punkte wurden nicht für Zeit, sondern für sauberes und präzises Reiten gegeben. Der große Durchbruch in der Öffentlichen kann sicherlich auch mit dem Auftritt anlässlich der Landesausstellung zum 120-Jahr-Jubiläum des Hengstes Folie. Kompatscher war als jahrelanger Südtiroler-Cup-Gewinner mit Nikita eingeladen worden, und zeigte die Shownummer, die das Publikum mit kleinen Änderungen auch auf der Euro-Haflinger-Gala gesehen hat. Die Zuschauer tobten vor Begeisterung.

Ausschlaggebend war sicher die Tatsache, dass Reiten ohne Zaumzeug damals noch etwas vollkommen Neues war. Die Zuschauer kamen in Scharen auf Luis Kompatscher zu, um zu erfahren, wie das denn funktioniere, und ob er denn nicht eventuell auch ihr Pferd ihn Beritt nehmen könne.

Dies war der Beginn der Trainer- und Ausbilderkarriere von Luis Kompatscher, die er also eigentlich Nikita zu verdanken hat. Und es war der Beginn der Legende Nikita, die ihre Berühmtheit ihrem Reiter Luis Kompatscher zu verdanken hat. Es folgten zahlreiche Auftritte bei Shows und Ausstellungen im In- und Ausland, beispielsweise an der Fieracavalli in Verona, der Weltausstellung in Ebbs, der Europaschau in Luxemburg, sowie die Teilnahme und auch die Siege bei verschiedenen Turnieren. Nikita und Kompatscher waren beispielsweise anlässlich der Equitana bei einer Riesen Open dabei, wo Pferde im Wert von 250.000 Euro mitliefen, und begeisterten mit ihrer Vorstellung die rund 7.000 Zuschauer, die vor Begeisterung die Tribünen zum Beben brachten. Nikita bestach dabei immer wieder durch jene Eigenschaften, die Haflinger eigentlich auszeichnen sollten: Nervenstärke, Mitarbeit, Rittigkeit und Leistungsvermögen. Sie hat Luis Kompatscher nie im Stich gelassen, was er ihr hoch anrechnet. Trotz der zahlreichen Stressfaktoren - ständiges Verladen, lange Transportzeiten, fremde Hallen - hat sie immer wieder "Ja" zu ihrem Reiter gesagt, und damit deutlich gemacht, wie wichtig gegenseitiges Vertrauen ist. Schließlich hätte sie auch einmal "Nein" sagen, und anstatt zu stoppen im rasanten Galopp den Ausgang in die Richtung Boxengasse nehmen könne, so auch bei der Gala, wo der Ausgang nicht durch eine Absperrung begrenzt war. Nikita war bzw. ist sicherlich ein ganz besonderes Pferd, und sie wird ihren wohlverdienten Ruhestand auf dem Stallerhof in Deutschnofen bei Luis Kompatscher genießen.

Dabei entsprach Nikita weder damals noch heute dem Schönheitsideal einer Haflingerstute, und war auch "nur" in die Klasse II b eingetragen worden. Allerdings brachte sie die Grundvoraussetzungen mit, die ein Pferd für die Arbeit unter dem Westernsattel und allgemein für den Pferdesport braucht: einen klaren Kopf und auch entsprechende körperliche Voraussetzungen. Und das Vertrauen in ihren Reiter, der dieses Vertrauen nie enttäuscht hat. Man kann sich nur wünschen, dass die heutige Zucht die Bedeutung dieser Eigenschaften nicht verkennt, denn Exterieur und Interieur sind gleichermaßen wichtig: nur Pferde, die nicht zu lang oder zu groß geraten, mit einem harmonischen und wohlproportioniertem Exterieur, Pferde, die sich selbst tragen und ihr Gleichgewicht finden können, und was eben so wichtig ist, Pferde, die die entsprechenden Charaktereigenschaften mitbringen können, solche Leistungen bringen. Und dazu gehört eben auch die richtige Ausbildung. Dann sind Spitzenleistungen möglich. Dann wird ein Haflinger zur Legende. Wie Nikita und Luis Kompatscher bewiesen haben.



Einige wichtige Auftritte der Haflingerstute Nikita mit Luis Kompatscher

    Jahr 2000
  • Veranstaltung Weltausstellung in Ebbs
  • Open Champion Austria
  • Show Pardoviz
  • Show Deutschland
  • Show Verona
      Jahr 2001
    • Cavalese Freesteyl Champion
    • Open Champion Austria
    • Show Jack Point Austria
    • Show bei Veranstaltung in Jenesien
    • Show bei Haflingerveranstaltung in Meran
    • Show in Luttach
    • Show in Verona (Fiera cavalli)
      Jahr 2002
    • Show Europaschau in Luxenburg
    • Show Vereinsschau in Zillertal
    • Show Vereinsschau Weissensee
    • Show Haflingerveranstaltung in Meran
    • Show in Verona (Fiera cavalli)
      Jahr 2003
    • Show in Steinach
    • Show Messe Lago Maggiore
    • Show Messe Sondrio
    • Show Vereinsschau Sterzing
    • Show Pferde International in München
    • Show Verona Fiera cavalli
      Jahr 2004
    • Show Offenburg Eurocaval
    • Show Stubei
    • Show Pferde International in München
    • Show Vereinsschau in Ulten
    • Show Deutschland
      Jahr 2005
    • Show Equitana in Essen
    • Show Meran
    • Show Weltausstellung Ebbs
    • Show Kohlerhof in Österreich
      Jahr 2006
    • Show Sterzing
    • Show Jack Point
    • Show Vereinsturnier in Welschnofen
    • Show Messe Bozen
    • Show Verona fiera cavalli
      Jahr 2007
    • Verabschiedung Nikita, bei der Euro Haflinger Gala in Meran
  • IMPRESSIONEN KONTAKTADRESSE
    Luis Kompatscher
    STALLERHOF

    I-39050 Deutschnofen (BZ)
    Phone + 39 349 55 43 099
    E-Mail: info@reining-horses.it

    MwSt. Nr. IT 01630450219


    Seite drucken | Seite weiterempfehlen